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"CyberClown": BSI-Chef entlassen

Wie Putin und seine Agenten mithören

PREVIEW online - In seinem „ZDF Magazin Royale“ hatte Jan Böhmermann mit seinem Recherche-Netzwerk die Verbindungen des Präsidenten des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zum „Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V.“ offengelegt. Ein vom BSI-Chef gegründeter Verein, der den Anschein erweckt, als handele es sich hierbei um eine offizielle Institution der Bundesregierung. Mitglied war bis vor kurzem u.a. auch die von einem langjährigen KGB-Offizier gegründete Firma infotecs, die seit 2022 umbenannt wurde in Protelion GmbH. Die Berliner Firma, die mutmaßlich auch enge Kontakte zu russischen Geheimdiensten unterhält, verkauft „Sicherheits-Software“. Software, die vor Cyber-Attacken schützen soll und nicht nur bei Unternehmen und Institutionen eingesetzt werde. Auch Telefone und IT von Ministerien, Bund und Ländern sollen damit ausgerüstet sein. So muss man sich nicht über Sabotage-Attacken wundern. Putin und seine Agenten hören mit.

Die von der Berliner Firma Protelion GmbH verkaufte „Sicherheits-Software“ „ViPNet“ soll angeblich bereits auf mehr als einer Millionen Endgeräte – Handys, Computer, Server – installiert sein. „Eine Version dieser Software, die Protelion Mobile AR, – angeblich mit modernster Verschlüsselungstechnik ausgestattet – soll hohe Abhörsicherheit bieten und PräsidentenInnen und MinisterInnen sowie Sicherheitskräften ermöglichen, überall einfach und sicher zu telefonieren und Daten auszutauschen“, so Jan Böhmermann in seinem „ZDF Magazin Royale“.

Auf unsere Anfrage ob und wo denn diese „KGB-Software“ bei Bund und / oder Ländern eingesetzt wird, antwortete das Bundesinnenministerium wie folgt: "Das BMI nimmt die Sachverhalte, über die berichtet wurde, ernst und geht diesen umfassend nach. Das BMI prüft alle Optionen, wie mit der Situation umzugehen ist. Eine Gefahr durch den Einsatz etwaiger Produkte in der Bundesverwaltung besteht nicht. IT-Sicherheitsprodukte sind vor ihrem Einsatz vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zuzulassen. Produkte von Protelion oder Infotecs wurden NICHT zugelassen."

Über diese Software könnten nicht nur Putin und seine Agenten stets mithören. Niemand muss sich daher mehr wundern, wenn Saboteure genau wissen, wo man kritische Infrastrukturen wie die der Bahn effektiv lahmlegen kann. Oder über welche Truppenübungsplätze man Drohnen kreisen lassen muss, auf denen ukrainische Soldaten ausgebildet werden.

Erschreckende Tech-Inkompetenz

Die Blauäugigkeit, gepaart mit Naivität und technischer Inkompetenz offizieller Stellen ist schlichtweg unfassbar. Ganz zu schweigen vom nicht vorhandenen „Schutz“ kritischer Infrastrukturen. Die jüngst angegriffenen Kommunikationsschaltstellen der Bahn waren scheinbar noch nicht einmal mit Kameras und Sensoren versehen, sonst würde man die Täter längst identifiziert oder die kriminellen Angriffe gar ganz verhindert haben.

Was BND, BSI oder anderen Institution vor dem Einsatz der Protelion „Sicherheits-Software“ anscheinend nicht aufgefallen ist, hätte jeder SchülerIn mit drei, vier Klicks herausgefunden: Die erst 2022 in Protelion umbenannte Firma hieß davor infotecs. Die russische Firma infotecs wurde von Andrey Chapchaev gegründet. Der Vorstand der O.A.O. "InfoTeCS", früher Geschäftsführer der Infotecs Internet Security Software GmbH, war KGB-Offizier und arbeitete rund 10 Jahre in der Forschungsabteilung des russischen Geheimdienstes KGB. Das russische Unternehmen, das Firmen und kritische Infrastruktur vor Cyber-Attacken schützen soll, unterhält auch beste Kontakte zu Putins Inlandsgeheimdienst FSB. Überall, wo die kritische Software eingesetzt wird, können sich Putins Agenten durch eine digitale Hintertür in Handys und Computer einschleichen, mithören und ohne großen Aufwand Daten abgreifen. Und der BSI-Chef Arne Schönbohm lässt diese russische Firma in dem von ihm gegründeten „Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V.“ mitwirken. – Sogar noch unter ihrem korrekten Namen wurde die infotecs GmbH im Juni 2020 in den e.V. aufgenommen. – Unfassbar! Höchste Zeit, dass unsere Innenministerin hier schnellstens aktiv wird.

Der „Schönbohm-Verein“ nennt sich „Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V.“ und suggeriert mit seinem Namen die Nähe zu offiziellen deutschen Regierungskreisen. Er hat aber nichts mit dem „Cyber-Sicherheitsrat“ des Bundesverteidigungsministeriums zu tun. Der Verein, dem u.a. viele Unternehmen aus dem Finanz-, Energie und Sicherheitsbereich, Polizei-Gewerkschaft und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt angehören, bietet laut seiner Webseite auch Zugang zur Politik. Gegründet wurde dieser Lobby-Verein vom Hamburger Arne Schönbohm. Dass sein Vater Berliner CDU-Innensenator und Innenminister Brandenburgs war, dürfte bei seinem Sprung an die Spitze des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) 2016 nicht unvorteilhaft gewesen sein.

Bevor Schönbohm 2008 Vorstandsvorsitzender der BSS BuCET Shared Services AG (BSS AG) wurde, einem Unternehmen, das sich unter anderem der Beratung auf dem Feld der Cyber-Sicherheit verschrieben hat, war er in verschiedenen Positionen für EADS tätig. Darüber hinaus arbeitete er als Sicherheitsexperte und Berater verschiedener politischer Entscheidungsträger auf Bundes- und Landesebene, so war er unter anderem Mitglied der Cyber Security Coordination Group der EU.

Zwischenzeitlich hat der „Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V.“ die Protelion GmbH mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen. Die Innenministerin will sich in Kürze zur „Personalie Schönbohm“ äußern. Und was ist mit der mehr als 1 Millionen Mal auf Handys, Computern und Servern installierten „KGB-Software“ und endlich einem verlässlichen Schutz deutscher Infrastruktur?

Wenn Sie die Sendung „ZDF Magazin Royale“ mit Jan Böhmermann noch einmal in Ruhe ansehen möchten, ist hier der link:

https://www.zdf.de/comedy/zdf-magazin-royale

Pressekontakt
Peter Becker
Eckerkamp 139b
22391 Hamburg
Tel. +49-40-53 930 460
press(at)pre-view-online.com



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Arne Schönbohm, noch Präsident des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).
Quelle: BSI
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Arne Schönbohm gründete den Cyber-Sicherheitsrat Deutschland e.V. in dem auch ein russisches Unternehmen für Sicherheits-Software Mitglied war.
Quelle: Cyber-Sicherratsrat D.e.V
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