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Innovationen und Ideen fordern und fördern

Kommt das Programm zu spät?

PREVIEW online - Forscher in Deutschland gehören zu den besten weltweit. Sie tüfteln an Universitäten, in Instituten und Unternehmen. Nach den USA melden die Deutschen weltweit die meisten Patente an. Dennoch: Unter den international agierenden Unternehmen mit digitaler Zukunftsperspektive wie Google, Apple, Amazon, Uber & Co sucht man deutsche Firmen vergeblich. Die Gründung des letzten deutschen Hightech-Unternehmens von Weltrang liegt schon 45 Jahre zurück. Das soll sich jetzt ändern, wenn es nach dem Willen der Bundesregierung geht. Die scheint die für Deutschlands Wirtschaft extrem gefährlich Situation nun scheinbar auch erkannt zu haben und will gegensteuern.

Und was tun Politiker, wenn sie Aktionismus vorgaukeln möchten? Sie setzen ein Programm auf. Ein reichlich spät kommendes Programm, das findigen Forschern und Firmen im Land helfen soll. Aber lassen sich die Vorzeichen noch umkehren? Die Innovationsbereitschaft des Mittelstandes – das Herz der deutschen Wirtschaft – geht z.B. seit Jahren zurück.

Zu oft bleiben die Ergebnisse der Wissenschaft an der Laborschwelle hängen oder es besteht am Ende kein Interesse an einer Vermarktung. Förderprogramm geben zwar eine Geldspritze. Aber ob sich die erforschten Ergebnisse auch in marktfähige Produkte umsetzen lassen, das scheint hierzulande niemanden zu interessieren. Altes Beispiel: MP3. Ohne diese deutsche Komprimierungstechnik für Audio und Video wären der Welthit Streaming nicht möglich.

Aktuelles Beispiel: Diabetes-Sensor. Statt sich tagtäglich in die Haut stechen und einen Blutstropfen analysieren zu müssen, ginge dies per moderner Sensorik völlig unblutig und schmerzfrei. Die Technik, die einem Millionen-Heer von Diabetes-Kranken Erleichterung verschaffen könnte, ist fertig entwickelt. Doch es fehlt das kaufbare Produkt. Ein Beispiel von beliebig vielen für eine verfehlte Förder- und Innovationspolitik. Gießkanne statt Ratio. Welcher der bei uns verantwortlichen Politiker hat denn ein technisches Studium durchlaufen?

Zu viele Unternehmen, gerade der Mittelstand, scheuen das Risiko, Innovationen auf den Markt zu bringen. Das alarmiert die Bundesregierung zu Recht. Denn zwei Drittel aller Jobs in Deutschland hängen am Mittelstand. Das Wirtschaftsministerium will deshalb die deutsche Innovationspolitik radikal reformieren. Richten soll es vor allem mehr Geld. Rund eine Milliarde Euro jährlich will Ministerin Brigitte Zypries in die Förderung von Innovationen stecken. Besonders Steuererleichterungen sollen kleine Unternehmen zu mehr Forschung motivieren, aber auch Gründerfonds und Förderprogramme.

Ein längst überfälliger Schritt in die richtige Richtung: Doch er kommt viel zu spät. Die steuerliche Absetzbarkeit von Innovationen ist seit Jahren eine Forderung des DEUTSCHEN INNOVATIONSGIPFELS (www.deutscher-innovationsgipfel.de). Weder solche Institutionen, noch StartUps oder andere Kreative wurden im Januar vom damaligen Wirtschaftsminister Gabriel eingeladen, als es darum ging, Ideen für eine neue, zeitgemäße Innovationspolitik zu sammeln. Stattdessen wurde die alte Silodenke manifestiert und die Altbekannten plauderten in einem neuen Gremium.

Aber bisher ist das Förderprogramm nicht viel mehr als ein Plan. Aber jetzt ist ja erst mal Wahlkampf. Und bis sich eine neue Regierung gefunden hat – und ob diese dann diesen alten Plan ausgraben möchte –, vergeht ein gutes Jahr. Hat eigentlich von den Verantwortlichen in Bund und Ländern schon irgendjemand begriffen, was Geschwindigkeit im Innovationsbereich einer digitalisierten Welt bedeutet?

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Redaktion
Eckerkamp 139b
22391 Hamburg
Tel. +49-40-53 930 460
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