Artikel-Filter
HMI
IFA
Akkreditieren Sie sich hier zu den kommenden PREVIEWs

Schlecht Schätzer statt Smarte Meter

Werte elektronischer Stromzähler fast sechmal zu hoch

University of Twente - Bestimmte elektronische Stromzähler können Werte angeben, die bis zu 582 Prozent über dem tatsächlichen Verbrauch liegen. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Untersuchung der University of Twente (UT) und der Hogeschool van Amsterdam (HvA). UT-Professor Frank Leferink schätzt, dass in den Niederlanden etwa 750.000 Haushalte betroffen sind. Dort seien Stromzähler installiert, die potenziell falsche Zählstände wiedergeben können. Das Problem betreffe auch deutsche Stromkunden, so Leferink. Die Stromzähler befinden sich international im Einsatz. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden in der Fachzeitschrift „IEEE Electromagnetic Compatibility Magazine“ veröffentlicht.

In den Niederlanden werden immer mehr der sogenannten Ferraris-Stromzähler, erkennbar an der bekannten Aluminiumdrehscheibe, durch elektronische Stromzählervarianten ersetzt. Sie befinden sich seit der Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) und der neuen Messzugangsverordnung seit Januar 2010 auch in Deutschland verstärkt auf dem Vormarsch. Der Einbau dieser, teils sogar „intelligenten“, elektronischen Zähler ist seitdem auch hierzulande bei Neubauten und Modernisierungsmaßnahmen vorgeschrieben.

Tatsächlicher Verbrauch

Schon länger gibt es Berichte darüber, dass elektronische Stromzähler in der Praxis zu hohe Werte ausweisen. Das war der Anlass für Leferink, näher zu untersuchen, inwieweit elektronische Zähler tatsächlich falsche Messstände generieren können. Zusammen mit Cees Keyer und Anton Melentjev von der HvA testete er neun verschiedene elektronische Zählermodelle. Es ging dabei um Stromzähler, die zwischen 2004 und 2014 produziert wurden. Sie wurden über ein Schaltpult an verschiedene Verbrauchsquellen wie Energiesparleuchten, Öfen, LED-Lampen und Dimmer angeschlossen. Die Forscher verglichen anschließend den tatsächlichen Verbrauch des Systems mit den auf den elektronischen Stromzählern angezeigten Werten.

582 Prozent

Fünf der neun Stromzähler wiesen in den (wiederholbaren) Experimenten einen Wert aus, der weit über dem tatsächlichen Stromverbrauch lag. Bei bestimmten Versuchsanordnungen lag er bis zu 582 Prozent höher. Zwei Zähler zeigten einen um 30 Prozent niedrigeren Wert an. Die größten Abweichungen gab es, als Dimmer in Kombination mit Stromspar- und LED-Lampen angeschlossen waren. Einige der untersuchten Zähler seien auch in Deutschland im Einsatz, berichten die Forscher. Keyer, Dozent für E-Technology an der HvA und Doktorand an der UT: „Wir sprechen über Labortests, aber wir haben ganz ausdrücklich keine realitätsfernen Bedingungen geschaffen.“

Erklärung

Die Erklärung für die abweichenden Messergebnisse ist der technische Aufbau der Zähler in Kombination mit einer zunehmenden Nutzung von modernen, häufig energiesparenden Geräten. Bei diesen folgt der aufgenommene Strom nicht mehr einer perfekten Wellenbewegung, sondern einem „abrupteren“ Muster. Die Entwickler der Stromzähler hätten diesem Trend in nicht ausreichendem Maße Rechnung getragen.

Die Forscher zerlegten die Zähler und stellten fest, dass die getesteten Stromzähler, in denen eine sogenannte „Rogowski-Spule“ verbaut war, ein zu hohes Ergebnis lieferten. Demgegenüber gaben Zähler mit einem „Hall-Sensor“ zu geringe Werte wieder. Leferink, Professor für Electromagnetic Compatibility an der UT: „Die Stromzähler, die wir untersuchten, genügten alle gesetzlichen Vorschriften und waren zertifiziert. Die gesetzlichen Vorgaben berücksichtigen zeitgemäße Verbrauchsgeräte offenbar zu wenig.“

Verbraucher

Mutmaßlich nicht korrekt arbeitende Stromzähler können durch zertifizierte Gutachter überprüft werden. Die Kosten für diese Kontrolle müssen Verbraucher jedoch selbst tragen, wenn die Prüfung ergibt, dass der Zähler fehlerfrei zu funktionieren scheint. Das in den Niederlanden übliche Testverfahren berücksichtigt jedoch solche Verbrauchsgeräte, die mit für die Abweichungen verantwortlich sind, nur unzureichend und ist damit nach Ansicht der Forscher ungeeignet, um fehlerhafte Messstände erkennen zu können. Dieses Problem bestehe möglicherweise auch in Deutschland. Leferink und Keyer raten Verbrauchern, die an ihren Zählerständen zweifeln, mit ihren Energielieferanten Kontakt aufzunehmen.

Forschungsarbeit

Die Untersuchung wurde unter dem Titel „Static Energy Meter Errors Caused by Conducted Electromagnetic Interference“ in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „IEEE Electromagnetic Compatibility Magazine“ veröffentlicht. Durchgeführt wurde sie von Prof. Dr. Frank Leferink (Professor für Electromagnetic Compatibility an der UT), Cees Keyer (Dozent an der HvA und Doktorant an der UT) sowie Anton Melentjev (während der Untersuchung Student an der HvA). Das Van Swinden Laboratorium, das nationale metrologische Institut der Niederlande, hat eine Kontrolluntersuchung durchgeführt, die die Resultate bestätigt.


www.utwente.nl

PREVIEW onlinePressekontakt
University of Twente
Drienerlolaan 5
NL- 7522 NB Enschede
drs Joost Bruysters
Communicatieadviseur / Redacteur
Telefon: +31 53 489 6993
E-Mail-Adresse: j.c.p.bruysters@utwente.nl

Google+ Facebook Twitter XING Pinterest Blogger LinkedIn Bit.ly Delicious Email Print Addthis


Download

Stromzähler im Test
Quelle: University of Twente
ANZEIGE
ANZEIGE


Weltweit erste per Gestik steuerbare Drohne

Aura macht das Fliegen zum Kinderspiel
- Mit Aura bringt KD Germany eine neue Art Indoor-Drohne auf den Markt, die durch einfache Handbewegungen gesteuert wird und mit der sich Drohnenfans ab sechs Jahren wie ein richtiger Superheld fühlen ...



Ein Tablet für die ganze Familie

Umfassender Kinderschutz und altersgerechte Spiele
- Digitalisierung und Tablets machen auch vor Kinderzimmern nicht halt – klar, High-Tech fasziniert auch schon die Kleinsten! Eltern hingegen sind oft besorgt, ob der Nachwuchs sicher im Netz unterwegs ist ...



WannaCry: Übt Nordkorea den Cyber-War

Der nächste Angriff kommt bestimmt
- Hunderttausende Computer in mehr als 150 Ländern wurden gehackt. Ist die weltweit größte Cyber-Attacke nur ein Warmklicken? Ziehen Nordkoreas Hacker und IT-Profis schon mal ins Manöver und üben für den ...



Innovationen gesucht

Finalisten für den Usability-Award
- PREVIEW online - Pflanzen schneller verstehen, besser Golf spielen, einfacher die Umwelt erforschen, das Smartphone sicherer nutzen? Das ermöglichen die vier anwendungsorientierten IT-Konzepte, die ins ...



Umhüllenden Klang im Wohnzimmer

Fraunhofer IIS bringt mit MPEG-H--3D-Soundbar
Fraunhofer IIS - Der Hauptentwickler der mp3- und AAC-Audiocodecs nutzt das DSP + ARM System on Chip (SoC) von Texas Instruments (TI), um das Hörerlebnis von Soundbar-Nutzern auf ein neues Niveau zu ...



Internet der Dinge testen

Ist IoT schon massenmarkttauglich?
mazaiq - IoT-fähige Geräte und damit verbundene Dienstleistungen müssen für den Verbraucher einfach in der Anwendung und für Gerätehersteller sowie Serviceanbieter schnell und einfach zu implementieren ...



gamescom - Das Herz der Spielewelt

Wer gewinnt die Awards?
gamescom - Endlich öffnet die gamescom, die weltgrößte Computerspiel-Messe, ihre Tore. Spannend wird auch sein, wer denn in diesem Jahr einen Award für die besten Spiele mit nach Hause nehmen wird. Die ...



eSport entwickelt sich zum Massenphänomen

PwC-Studie zur gamescom
PwC – Jeder dritte 14- bis 35-Jährige hierzulande spielt wettkampfmäßig Computerspiele, zeigt eine PwC-Umfrage. 25 Prozent verfolgen regelmäßig eSport-Übertragungen im Fernsehen oder Internet. Mit ...



Spiele zwischen Suppen und Waschpulver

ALDI wird zum Games-Portal
ALDI – Pünktlich zum Start der wichtigsten Videospielemesse gamescom können sich Kunden auf das neueste Feature in der ALDI life Welt freuen. Mit gamescom-Start (22.08.) bieten ALDI Nord und ALDI SÜD ...



Politainment: Das begehbare Partei-Programm

CDU und Innovationen – Wie passt das denn zusammen?
PREVIEW online - Ein Parteiprogramm als ScienceCenter? Wie geht das denn? Wie eine kreative Agentur wie die Hamburger Jung von Matt selbst der biederen und nicht gerade als von Innovationen und Zeitgeist aphrodisiert ...



ANZEIGE
Presse-Mitteilungen   RSS-Feed
ANZEIGE
About
PREVIEW online ist ein multimediales News-Portal für technisch Interessierte.
Ohne langes Suchen und Site-hopping finden Sie hier gewünschte Informationen. Mit einem Blick sehen Sie auf PREVIEW online sofort, welche Medien zu den jeweiligen Themen vorhanden sind. Eine optimale Kombination aus Kategorien, Schlagwort- und Volltextsuche erleichtert Ihnen das Finden gewünschter Informationen erheblich. Wenn Sie Wichtiges über Themen, Unternehmen, News, die Sie interessieren, nicht verpassen möchten, abonnieren Sie sich unseren NEWS-Allert.
Alle Infos sind nur 1 Klick entfernt - das ist PREVIEW online.
IMPRESSUM / Kontakt